Wieder ist es nichts geworden mit dem ersten Auswärtssieg einer Ersten Mannschaft seit 2005 in Lünern.

Gerade in der zweiten Halbzeit blieb der TuS Hemmerde Einiges schuldig und unterlag am Ende dem Ortsnachbarn verdient.

Die Vorfreude auf das erste richtige Derby seit 2016 war groß. Die TuS-Ultras hatten neue Fahnen gestaltet und auch die Anhänger des SuS begrüßten den TuS auf einer Fahne mit dem Mittelfinger. Man mag sich eben. Die Trainingsbeteiligung beim TuS war unter der Woche mit 18 bis 20 Teilnehmern sehr groß, die Motivation den Gegner in der Tabelle auf fünf Punkte zu distanzieren auch. Rund 200 Zuschauer bildeten am Ostfeldweg eine stattliche Kulisse und für volle Kassen beim Gastgeber.

Bei schweißtreibenden Temperaturen nahm der TuS zunächst die Zügel in die Hand und versuchte den Gegner immer wieder früh unter Druck zu setzen. Wer Hochglanzfußball erwartet hatte, der sah sich schnell getäuscht. Getreu dem Motto "Hoch und weit bringt Sicherheit!" prügelten beide Teams den armen Ball oft über das ganze Spielfeld nach vorne. Hemmerde hätte nach guten zehn Minuten nach einem vermeintlichen Foul an Ralf Zarych gerne den Elfmeterpfiff gehört, doch der blieb aus. Nur zwei Minuten später verteilte Lünern ein großes Gastgeschenk, als ein Akteur der Heimmannschaft den Ball orientierungslos auf die linke Seite in den Lauf von Zarych spielte, der auf den mitgelaufenen Fischer in der Mitte quer legte. In Hemmerde muss man wohl schon die Wehen des herannahenden Erdbeben gespürt haben, doch der Torjubel blieb den zahlreich angereisten Hemmerder Zuschauern im Halse stecken, als sie mit ansehen mussten, wie Fischers Schuss auf dem holprigen Geläuf am linken Pfosten vorbei trudelte.

In einer ansonsten chancenarmen ersten Halbzeit tat der TuS mehr fürs eigene Eckballkonto und konnte diesen statistischen Wert klar vor dem SuS Lünern behaupten. Hart bekämpften sich beide Seiten, so dass der Unparteiische das ein oder andere Mal von der gelben Karte Gebrauch machen musste. Natürlich meist mit den üblichen Zwischenrufen der vom Alkoholgenuss beflügelten Anhänger begleitet, die dem Übeltäter lieber den Galgen als den Verbleib auf dem Spielfeld gewünscht hätten. Warum auch immer, so bekam dem TuS diese destruktive Spielweise überhaupt nicht und der eigene Faden riss spätestens mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Innenverteidiger Lennart Kimpel. Die bis dahin sattelfeste Defensive des TuS bewegte sich leicht schwimmend in die Halbzeit.

Dort erinnerte das Trainerteam des TuS seine Mannschaft nochmal an die eigene Mission und die dafür nötige Einsatzhaltung. Die zeigte im zweiten Spielabschnitt aber erstmal fast nur der Gastgeber aus Lünern. Nach 50 Minuten köpfte Jakob Teske das 1:0 für den SuS, wobei er allerdings Spielertrainer Damian Glombik hart anging. Der TuS hatte sich noch gar nicht richtig von diesem Rückschlag erholt, da lag der Ball ein zweites Mal im von Lars Bücher gehüteten Tor. Zum Glück hatte der Schiedsrichter als einer von wenigen Anwesenden eine Abseitsstellung ausgemacht und dem Treffer die Gültigkeit abgesprochen. 

Hemmerde reagierte, brachte Tanino Foit und Sven Pothmann für mehr Schwung. Der blieb zunächst aus. Lünern spielte sich immer mehr in einen Rausch. Spätestens nach einer Ampelkarte gegen Ralf Zarych standen die Zeichen nicht gut für den TuS. Die Gäste waren nun mit zehn Mann zwar wieder aktiver um den Ausgleich bemüht. Zum einen sprang offensiv aber nichts Zwingendes dabei heraus und offenbarten sich zum anderen defensiv natürlich nun mehr Räume. Eine gebrauchte zweite Halbzeit fand aus Hemmerder Sicht ihren negativen Höhepunkt, als 15 Minuten vor dem Ende neben Dominik Maschinski auch Damian Glombik verletzt vom Feld musste. Frederick Beckhoff und Tanino Foit, die diese Position wahrscheinlich noch nicht mal Training bekleidet haben dürften, bildeten die Innenverteidger Nummer vier und fünf in dieser Partie. Der SuS kam nur zwei Minuten später ein weiteres Mal über den Flügel, flankte nach innen, wo Bücher die Hereingabe nicht mehr zur Seite abwehren konnte und erzielte durch Sebastian Kalkowski das vorentscheidende 2:0. Der TuS versuchte nochmal nach vorne zu spielen, doch im Arbeitszeugnis des Spiels hätte man den Satz "Sie haben sich stets bemüht!" gefunden. Der SuS war so bei jedem Konter gefährlicher, beließ es aber beim 2:0.

Am Ende stand eine Niederlage, die doppelt weh tat. Nicht nur die eigene Leistung genügte gerade im zweiten Durchgang nicht den eigenen Ansprüchen, mit Kimpel, Maschinski, Beckhoff und Glombik drohen auch vier Stammspieler erstmal auszufallen. Den ausgiebigen Jubel der Heimmannschaft konnte man dagegen noch eher verschmerzen. "Das war mit zusätzlich zur Niederlage vier verletzten Spielern ein gebrauchter Tag! Wir hätten mit 1:0 in Führung gehen müssen und mindestens einen Elfer bekommen müssen. Lünern hat unser Spiel zerstört, was ihnen auch gelungen ist. Jetzt heißt es, Mund abputzen und am nächsten Sonntag wieder Vollgas geben"; ärgerte sich Trainer Damian Glombik nach der Partie.

Vor dem eigenen 100-jährigen Jubiläum passt diese Niederlage so überhaupt nicht ins Komzept. Die nächste Möglichkeit, sich und die mitgereisten Zuschauer wieder zufrieden zu stellen, bietet sich erst am nächsten Sonntag um 17 Uhr in Hemmerde gegen den BV Hamm 09 III.

SuS Lünern - TuS Hemmerde     2:0 (0:0)

TuS: Bücher - Goecke, Glombik, Kimpel (40.Apak), Beckhoff (57.G.Foit) - Beyer, Maschinski (Goldschmidt), von Rekowski - M.Foit (57.Pothmann), Zarych - Fischer

1:0 Teske (50.), 2:0 Kalkowski (77.)

Gelb-Rote Karte: Zarych (66., TuS)

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