Es war einmal im Jahr 2014, da stellten wir den Antrag auf einen Kunstrasenplatz. 

 

Offener Brief an Verwaltung und Rat der Kreisstadt Unna.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Mitglieder des Rates und

sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung der Kreisstadt Unna,

wir, der Vorstand des Turn- und Sportvereins Hemmerde e.V. wenden uns an Sie, um zu erfahren, wie es denn um den unserem Ort mehrfach zugesagten Kunstrasenplatz bestellt ist.

Unna soll „ein schöner Ort zum Leben, Wohnen und Arbeiten und damit auch ein attraktiver Standort mit seinen Naherholungszielen sowie vielfältigen, attraktiven Kultur‐ und Sportangeboten bleiben“, so die SPD in ihrem Kommunalwahlprogramm. Deshalb setze sie sich für „attraktive Sport‐ und Schwimmstätten und ein lebendiges Vereinsleben ein.

„Besonders am Herzen liegen uns der Breitensport und Angebote für Kinder, die Gemeinschaftserlebnis und Bewegungsförderung ermöglichen.“ In ihren Leitlinien für die Ratsperiode 2020 – 2025 führt die CDU dazu aus: „Die Sportstätten müssen daher weiter erhalten und ausgebaut sowie gebührenfrei genutzt werden können.“

Und die Spitzenkandidatin der Grünen hat sich in einem offenen Brief sogar direkt an die Vereine gewandt und zugesagt, sich unserer Sorgen und Nöte anzunehmen. In diesem Schreiben ging es um fehlende Umkleideräume, Büros oder Grillhäuschen.

Die FLU führt über die konsequente Umsetzung des Sportstättenkonzepts hinaus die Förderung der Vereine an. Die FDP betont die Bedeutung des Sports für die Gesundheitsfürsorge und die Integration und leitet daraus die Notwendigkeit zur Pflege der vorhandenen Sportstätten ab.

Im Gegensatz dazu reduziert sich der Sport in Unna bei der Lektüre des Wahlprogramms der Linken auf die Eissporthalle.

Probleme, von denen Hemmerde nur träumen kann, denn uns fehlt die Sportstätte! Aber zurück auf Anfang. Im Jahr des Herren 2014, also mehr als eine komplette Kommunalwahlperiode zurück, wandte sich der örtliche Sportverein, der TuS Hemmerde, mit einem vollumfänglich abgestimmten Konzept an die Stadt Unna.

Inhalt: Der Rasenplatz mit Flutlicht hinter dem damaligen Bürgerhaus und der Rasenplatz am Vereinsheim, ohne Flutlicht, sollten durch einen einzelnen Kunstrasenplatz mit Flutlicht am Vereinsheim ersetzt werden. Zugleich sollte das ohnehin baufällige Bürgerhaus abgerissen und die Aktivitäten der das Bürgerhaus nutzenden Vereine in die von der Evangelischen Kirchengemeinde aufzulassende Gemeindehaus Arche und andere Gebäude umziehen. Die Finanzierung sollte durch die Vermarktung der Flächen am Bürgerheim als Bauland erfolgen.

Zudem sollte der Schützenplatz umziehen vom Gelände des Bürgerhauses mit auf die neue Fläche am Rande des Kunstrasenplatzes.

Das Konzept fand breite Zustimmung bei den Herren Kolter, Mölle und Beckmann. Anfangs kam auch ordentlich Bewegung in die Sache, denn das Evangelische Gemeindehaus wurde umgenutzt, die Vereine zogen das Bürgerhaus leer. Eine Umgestaltung des Sportplatzes am Vereinsheim wurde geplant, die auch Raum für ein Festzelt bot, da die Fläche, die der Schützenverein am bisherigen Bürgerhaus für diesen Zweck nutzte, ja entfiel.

ABER: Nachdem die Stadt alle Groschengräber entsorgt hatte, stockten die Planungen.

Im Winter 2018 beschädigte eines der zahlreichen Sturmtiefs die Flutlichtanlage. Die Reparatur unterblieb mit der Begründung, dass Hemmerde ja schon bald einen Kunstrasen bekommen würde.

Anschließend wurde das Bürgerhaus abgerissen, die Stromversorgung der Flutlichtanlage gleich mit. Demnächst kommt ja der Kunstrasenplatz. Schützenfest ohne Wasser und Strom? Kein Problem. Der Sportverein hilft mit Leitungen aus – es kommt ja bald ein neuer Kunstrasen und dann wird alles besser.

Auf dieses „besser“ warten wir auch Weihnachten 2020 noch. Und dass demnächst der Kunstrasenplatz kommt, wissen die Verantwortlichen des TuS auch nur, aufgrund ihrer aktiven Nachfrage. Eine Kommunikation seitens der Stadt? Fehlanzeige!

Wieso denn? Hemmerder*innen, das sind für Sie – so kommt es uns vor – ja nicht mal richtige Unneraner*innen. Weit weg, nicht zu sehen, nicht zu hören. Mit Verlaub: Bauern aus den Ostdörfern! Denen gegenüber muss man in sechs Jahren keine einzige Terminzusage einhalten. Die darf man ganz im Stil mittelalterlicher Feudalherren ob ihres unbotmäßigen Verhaltens tadeln, wenn sie sich, nachdem ihre Anfragen mehrfach ignoriert wurden, an die Lokalpresse wenden.

Andere Ungereimtheiten, wie in Ratsgremien angeführten Vereinbarungen zur teilweisen Einstellung der Pflege der Sportstätten, die mit uns getroffen worden seien, uns als Vereinsvorstand aber gar nicht bekannt sind, passen ins Bild. Leider kommen sie immer wieder aus ein und derselben Richtung.

Beispiel gefällig? Nehmen wir die inhaltliche Qualität der Planung. Da legen Spitzenbeamte der Stadt einen Plan vor, der sich aufgrund der geographischen Gegebenheiten vor Ort gar nicht realisieren lässt. Darauf hingewiesen, wird dies damit entschuldigt, dass die ausführenden Kollegen im Rathaus keine Kenntnis der Ortslage hätten.

Zur Erinnerung: Hemmerde liegt nur etwa acht Kilometer vom Rathaus entfernt. Bei gutem Wetter kann man uns vom Turm der Stadtkirche aus auch sehen. Acht Kilometer…. Bei einem Investitionsvolumen von 800.000 Euro ist diese Wegstrecke zu weit?

Oder soll am Ende gar nicht gebaut werden? Wenn die Stadt Unna, vertreten durch Rat und Verwaltung, der Bevölkerung von Hemmerde auch für die Zukunft attraktive Sportstätten versagen wollen, dann sollen sie dies offen und ehrlich sagen. Das Bemühen einzelner Personen sehen wir wohl und bedanken uns hierfür ausdrücklich.

Aber sechs Jahre erfolglosen Bemühens? Sechs Jahre Vertröstung sind genug! Sechs Jahre Nachfragen, Bitten und Betteln reichen!

Seid endlich offen und ehrlich!

  • Erklärt den Eltern, dass es in Hemmerde für ihre Kinder bald kein breit gefächertes Sportangebot mehr gibt!
  • Erklärt den Jugendlichen, dass es in Hemmerde demnächst gar keine Freizeitangebote mehr für sie gibt!
  • Erklärt unseren aktiven Sportlern, wie sie, wenn der Platz wegen Nässe oder Trockenheit zwecks Rasenschonung gesperrt ist, vor Ort Sport treiben sollen!
  • Erklärt denen, die dann auf Ausweichsangebote der Stadt eingehen, wie mehrfache wöchentliche Fahrten nach Massen oder Königsborn mit Nachhaltigkeit und Reduzierung des CO2-Ausstoßes einhergehen!
  • Erklärt der Bevölkerung, dass das euer Verständnis eines attraktiven Freizeit- und Sportangebots ist.
  • Erklärt, dass ihr so Gesundheit und Integration fördert!
  • Erklärt den Vereinsvorständen, dass so eure aktive Unterstützung aussieht!

 

Oder fehlen euch selbst dazu Anstand und Mut? Ach ja, schiebt es jetzt bitte nicht auf Corona – das Drama Sportplatz spielt sich seit 2014 ab, nicht erst seit März 2020!

Der Ort Hemmerde kann leider nicht so einfach wie einige seiner Gewerbetreibenden, die sich ebenfalls von der Stadt nicht ausreichend unterstützt fühlten, nach Werl im Kreis Soest umziehen.

Mit sportlichen Grüßen,

der Vorstand des Turn- und Sportvereins Hemmerde e.V.

Sportplatz und Sporthalle

Hemmerder Hellweg 2 - 4

59427 Unna

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Telefon: 0176 2276 9082

 

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