Es war das (un)erwartet schwere Spiel! Trainer Sascha Schumann und Lars Goecke hatten zwar im Vorfeld jede Möglichkeit genutzt, davor zu warnen, das Spiel gegen das Kellerkind aus Massen zu leicht zu nehmen, Gehör fanden sie aber offenbar wenig.

Hinzu kam, dass die Verlockungen an diesem Wochenende groß waren. Am Freitag wartete im Vereinsheim ein Restbestand Gerstensaft im Fass darauf, vor dem Verderben gerettet zu werden. Ehrensache, dass sich ein Teil der Zweiten und des Umfeldes dieser Aufgabe annahmen. Offenbar blieb es nicht beim guten Veltins, denn schon am Samstag kam einem Teilnehmer der Freitagsrunde die Erkenntnis: "Schnaps für 2,99 Euro ist nicht gut!" "Schlüssel vergessen in Hemmerde, wenn man eigentlich in Unna wohnt" übrigens auch nicht! Die Versuchungen wurden am Samstag nicht kleiner, zumal sie im Stadtkönigsschießen auf dem Hemmerder Sportplatz zudem noch recht nahe lagen. In Unna in der Waschkaue sollen ebenfalls TuS-Spieler bei der Vorbereitung gesichtet worden sein.

Kurzum: Die Vorbereitung war eher suboptimal, der Gegner kam mit Motivation und zwei, drei Neuzugängen an den Hemmerder Hellweg. Das bekam der TuS, welcher durch Marvin Wurlitzer erste Torannäherungen vorweisen konnte, schnell zu spüren. Massen spielte schnell in die Tiefe, die TuS-Abwehrreihe machte nicht den aufgewecktesten Eindruck und Torwart Dominik Berz musste im Eins-gegen-Eins gegen die gegnerische Nummer 11 retten. Wenig später war er allerdings nach einer Hereingabe von rechts machtlos, als der gegnerische Stürmer nur noch einschieben brauchte. 0:1, eine kalte Dusche direkt zum Anfang!

Geschwindigkeit musste ins Spiel! Deshalb ergriff Trainer Sascha Schumann bereits in der siebten Minute die Initiative und brachte Lars Goecke. Der TuS reagierte nun auf den Rückstand. Nach einer Ecke, stocherte Yavuz Apak den Ball zu Christoph Golombek und der etwas in die Jahre gekommene Goalgetter zeigte seine Vollstreckermentalität. 1:1! Beider Mannschaften lieferten sich in der Folge einen offenen Schlagabtausch. Keeper Berz musste gleich mehrfach sein Können unter Beweis stellen. "Der hat ja gestern auch nur Krefelder getrunken!", merkte Schützenkönig Dustin Heuser an, der erst mit zehn Minuten Verspätung unter Begleitung der TuS-Hymne den Tempel betrat. Auf der anderen Seite traf Torge Berkemeyer nach einer Ecke nur den Pfosten. Es hätte zur Pause gut und gerne auch 3:3 oder 4:4 stehen können. Und auch die Zahl der aktiven Spieler hätte 21 betragen können, wenn nicht Schiedsrichter Sven Konrad Fingerspitzengefühl bewiesen und Frederick Beckhoff nach wiederholtem Foulspiel mit einer letzten Ermahnung auf dem Platz belassen hätte. Duschen gehen musste Beckhoff in der Pause dann trotzdem, denn Trainer Schumann stellte ihn in der zweiten Halbzeit einfach nicht mehr auf. Für ihn kam Kenan Börekci.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Heber von Martin Kuhlmann, der auf der Latte landete. Hatte der Schiedsrichter gegenüber Beckhoff noch Gnade walten lassen, so war seine Entscheidung gegenüber Tobias Brunsmann, der sich im Laufduell gegen seinen leicht dahin sinkenden Gegenspieler behauptete, zu hart. Der schon vorverwarnte Abwehrveteran des TuS sah die Ampelkarte. Komischerweise übernahm der TuS in Unterzahl wieder verstärkt die Initiative gegen elf Massener, die kaum noch den Weg in Richtung Hemmerder Tor fanden.

Die Belohnung erfolgte durch Guiseppe Goldschmidt, der nach einem Zuspiel von Marvin Wurlitzer frei am Fünfmeterraum stand und beim 2:1 die Übersicht behielt. "Kreisliga-Wurlo" wurde übrigens mit zunehmender Spieldauer bewusst, dass er diesmal über 90 Minuten ran musste, da Trainer Schumann bereits drei mal ausgewechselt hatte. Immerhin: Den Gyrosteller bei "Kostas" hat er sich heute redlich verdient. Martin Kuhlmann bewies in der Folge seine Vielseitigkeit und half als Innenverteidiger aus. Zunächst hätte Goldschmidt den Sack zumachen können, köpfte nach einer Flanke aber nur gegen den Innenpfosten. Dann kam Massen in den letzten fünf Minuten noch mal stärker auf und drängte auf den Ausgleich. Kuhlmann konnte sich in dieser Phase gleich zweimal auszeichnen und klärte in letzter Instanz. Dann hatte Schiedsrichter Konrad ein Einsehen mit dem TuS und den Zuschauern und pfiff ohne große Nachspielzeit ab.

Was bleibt sind am Ende drei hart erarbeitete Punkte, die alle Chancen im Meisterschaftsrennen erhalten. Es bedarf aber schon einer Leistungssteigerung und besseren mentalen Einstellung um in den nächsten Partien gegen die direkte Konkurrenz zu bestehen. Am Donnerstag folgt im TuS-Tempel um 18.30 Uhr bereits der Straßenfeger gegen den Kamener SC IV, für den sogar die Altherren des TuS das Training vom heiligen Donnerstag auf Mittwoch vorverlegen.

TuS Hemmerde II - SG Massen III      2:1 (1:1)

TuS: Berz - Schole, Pielken (7.Goecke), Berkemeyer, Beckhoff (46.Börekci) - Apak, Brunsmann - Schürmann, Wurlitzer, Kuhlmann - Golombek (19.Goldschmidt)

0:1 (6.), 1:1 Golombek (9.), 2:1 Goldschmidt (71.)

Gelb-rote Karte: Brunsmann (61.)

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Hemmerder Hellweg 2 - 4

59427 Unna

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