Am Ende zahlte der TuS beim Spitzenreiter Lehrgeld und verließ das Waldstadion ohne Punkte.

Die Erkenntnis des Tages ist aber: Auch der Tabellenführer kocht nur mit Wasser! An einem guten Tag ist anscheinend jede Mannschaft in der Liga für den TuS schlagbar.

Die Vorzeichen standen nicht so gut. Lars Goecke verabschiedete sich in den Spanienurlaub, um sich auf den Kanaren ein Bild der dortigen Kreisliga zu machen. Lennart Kimpel und Raphael von Rekowski folgten dem Ruf des Lazios, der sein Jubiläum in Hollland feierte. Frederick Beckhoff stand ebenfalls nicht zur Verfügung und Ralle Zarych kämpft immer noch mit den Folgen des "hamstrings". So bediente sich die Erste bei den Alten Herren und rekrutierte Marco Schumacher als weiteren Innenverteidiger. 

Passend zu den aktuellen Diskussionen muss man mal sagen, dass die Billmericher etwas für den Klimaschutz tun und damit durchaus ihre Berechtigung auf der Fußballlandkarte haben. Gespielt wird auf Naturrasen, umgeben von dichtem Waldbestand. Die Kabinen sind platzsparend angelegt, so dass die Spieler energiesparend mit dem vorhandenen Sauerstoff umgehen müssen. Auf dem Dach des Vereinsheims wächst ein Pflanzenbestand, den der Laie als Brennnesseln bezeichnen würde. Aber wahrscheinlich ist es etwas anderes. Damit die Zuschauer den Gang ins Stadion möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad antreten, gibt es keinen Parkplatz. Diese Tatsache unterschätzten einige Hemmerder, die nicht mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen aufgrund des bereits um 13 Uhr terminierten Königsklassenspiels zwischen Billmerich II und Niederaden II gerechnet hatten.

Die letzten 500 Meter mussten so zu Fuß zurück gelegt werden. Am Vereinsheim der Gastgeber angekommen bemerkte Verteidiger Jörn Pielken: "Da ist die erste Luft schon weg!" Pielken selbst wurde Opfer des Systems, musste trotz ordentlicher Leistung gegen Bork seinen Platz wieder räumen. Der ehemalige Legendentrainer Katzenberg hätte es wahrscheinlich so formuliert: "Pielken ist nicht das, was man einen Blitz nennt!"

Den ersten Rückschlag musste der TuS schon vor dem Anpfiff hinnehmen. Chrissy Beyer verlor die Platzwahl. Nicht unbedeutend, da jeder Gegner weiß, dass die Husaren immer dann nochmal die zweite Luft bekommen, wenn sie auf ihre blau-rote Hütte spielen. Der TuS steckte den verpassten Seitenwechsel aber zunächst gut weg und bot dem Tabellenführer Paroli. Beide Teams überbrückten das Geläuf mit langen hohen Pässen und lauerten auch immer wieder auf zweite Bälle. Für den TuS sprangen zunächst einige Eckbälle heraus, die aber allesamt nichts einbrachten. Billmerich kam ein paar Mal gefährlich in den Strafraum, irgendein TuS-Akteur warf sich aber immer wieder beherzt in den Zweikampf, so dass die Hausherren im Bereich "Torschüsse" zunächst nicht viel für die Statistik tun konnten.

Der TuS konnte im ersten Durchgang zwei gute Möglichkeiten verbuchen, scheiterte aber mal wieder an seiner Chancenverwertung. Martin Kuhlmann zielte zunächst mit einer Volleyabnahme aus guter Position doch deutlich daneben, später hob er den Ball über den herausstürmenden Torwart auf die Latte. Es lief alles auf ein torloses 0:0 zur Pause heraus, ehe TuS-Oldie Guiseppe Goldschmidt den Ball bei einem Dribbling in der eigenen Hälfte verlor. Die Billmericher schalteten schnell, spielten den Ball nach außen, wo Berkemeyer den letzten Zweikampf verlor und Billmerichs Eckhoff zum 1:0 ins kurze Eck traf. 

Die zweite Halbzeit begann mit zwei Großchancen auf beiden Seiten. Erst bewahrte Tillmann im Eins-gegen-Eins seinen TuS vor dem 0:2. Dann tankte sich Kuhlmann auf der anderen Seite durch und legte den Ball sowohl am Torwart wie aber auch am gegnerischen Tor vorbei. Billmerich lauerte jetzt etwas tiefer auf den entscheidenden Konter, die Hemmerder taten sich schwer zwingende Torchancen heraus zu spielen. Bei einem schnellen Gegenstoß hätten die Hausherren eigentlich auf 2:0 stellen müssen, schossen sich aber vor dem Hemmerder Tor gegenseitig an und klärten somit ungewollt die Situation.

Einige Zeit später war es dann aber doch soweit. Hemmerde verlor nach einem eigenen Einwurf den Ball. Billmerichs Eckhoff hatte viel Platz, zog ab und traf mit Unterstützung einer Unebenheit ins lange Eck zum 2:0. Eine Minute später musste Sven Fischer vorzeitig duschen gehen. Er hatte dem Schiedsrichter ein nicht gerade wohlwollendes Arbeitszeugnis ausgestellt und das, obwohl der Unparteiische noch 20 Minuten Zeit gehabt hätte Fischer von seinem Können zu überzeugen.

Mit nun nur noch zehn Akteuren war es für den TuS noch schwieriger vor das Billmericher Tor zu kommen. Die Konter der Hausherren waren gefährlicher. Erst verpasste Eckhoff das 3:0, dann traf er nach einem Konter doch noch zur endgültigen Entscheidung.

So musste der TuS am Ende mit leeren Händen die Heimreise antreten. Für die Abendgestaltung stellte sich nur noch die Frage: Tatort schauen oder in den sozialen Netzwerken Diskussionen zum Spiel zwischen RW Unna II und SuS Oberaden II lesen. Diese Partie ist beim Stande von 4:4 und sieben (!) Platzverweisen abgebrochen worden. Naja, das kann schon mal passieren. Für den TuS geht es am nächsten Wochenende im TuS-Tempel um 15 Uhr gegen den TSC Kamen II gegen ein weiteres Schwergewicht der Liga.

BR Billmerich - TuS Hemmerde     3:0 (1:0)

TuS: Tillmann - Pothmann, Glombik, Schumacher (67.Zarych), Berkemeyer - Beyer, G.Foit, Goldschmidt (43.Maschinski) - Kuhlmann, M.Foit - Fischer

1:0 (42.), 2:0 (69.), 3:0 (89.)

Gelb-Rote Karte: Fischer (TuS, 70.)

TuS-Trainer Damian Glombik: "Uns haben heute vier etatmäßige Stammspieler gefehlt. Dafür haben wir das in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht und müssen zwingend in Führung gehen. Dann bekommen wir durch einen individuellen Fehler kurz vor der Halbzeit ein Gegentor. Wir haben es dann weiterhin ganz gut gemacht, kassieren aber durch einen weiteren individuellen Fehler das 0:2. Danach hadern wir mit der ein oder anderen Schiedsrichterentscheidung. Am Ende verlieren wir aber verdient, weil wir nicht clever genug waren!"

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