Drei Punkte beim Tabellenletzten waren fest eingeplant, am Ende standen die Hemmerder Spieler erneut wie begossene Pudel da.

Trotz optischer und in Chancen auch zahlenmäßiger Überlegenheit musste sich der TuS aufgrund seiner Fahrlässigkeit in der Chancenverwertung nach 90 Minuten mit einem 1:1 zufrieden geben. Zwar kletterten die Hemmerder damit in der Tabelle vorerst sogar zwei Plätze auf Rang sechs. Nach Feiern war aber bei den Gästen keinem zu Mute.

Erste kritische Stimmen hatte es vor zwei Wochen nach der Derbypleite gegeben, der Unmut des Umfelds hatte sich dann nach dem 4:4 gegen den BV Hamm 09 III entgültig entladen. Während ein Großteil des Kaders nach dem Abpfiff die Flucht ergriffen hatte, sahen sich die wenigen verbliebenen Spieler und Trainer mit vielen Fragen konfrontiert. Warum die Spieler nicht das 50.Bier des Wochenendes gemeinsam mit den Fans trinken würden? Wie man eine 4:1-Führung noch verspielen kann? Warum das Trainerteam so früh wechseln würde und warum diese Wechsel nicht spätestens nach dem 2:4 wieder rückgängig gemacht würden? Ein bisschen ging es zu wie beim FC Bayern München, dem nach nur einem Punkt aus zwei Spielen direkt die große Krise angehängt wird. Naja, Hemmerde ist eben ein Dorfverein und es ist besser, das Umfeld interessiert sich für die Spiele der Mannschaft, anstatt das Geschehen mit einem Achselzucken zu quittieren. Immerhin gelobte das Team Besserung, möchte demnächst wieder eine engere Beziehung mit den eigenen Anhängern pflegen und Drei-Tore-Führungen über die Zeit bringen.

Fragen musste auch Co-Trainer Tim Radke, an seinem zweiten Arbeitsort in der Schule über sich ergehen lassen. Da fragte zum Beispiel ein Schüler unvermittelt, wie es sich denn anfühlen würde, wenn die eigene Mannschaft das Derby verlieren würde. Obwohl allein diese freche Äußerung eine Abmahnung gerechtfertigt hätte, entgegnete der Co des TuS: "Zunächst einmal fühlt es sich gut an, da wir gerade mit den Alten Herren mit einem deutlichen 4:0 über Lünern die Ehre ein Stück weit wiederhergestellt haben. Bei den Senioren haben wir ja in der Rückrunde noch die Chance die Scharte aus dem Hinspiel wieder auszuwetzen". Ob er denn schon den hammergeilen Spielbericht seines Vereins bei fussball.de gelesen habe, wollte ein weiterer Schüler wissen, der sein Unwesen in der Königsklasse treibt. Dazu muss man wissen, dass das Fußballportal mittlerweile automatisch erzeugte Spielberichte anbietet. Je nach Besonderheiten in der Statistik (Niederlagen, Siege, Tore, Einwechslungen) haut anscheinend ein Algorithmus Sätze mit Bauchpinselcharakter heraus, die nach einem festen Muster zusammengesetzt einen sinnvollen Text ergeben. Beispielsweise liest man dort Sätze wie die Folgenden: Trotz eines 1:0-Vorsprungs zitterte die Mannschaft von Schwarz-Weiß Ball ins Netz III schon, als Toni Torjäger sich in der 50.Minute beim Gegner auf seine Auswechslung vorbereitete. Die Furcht sollte nicht unbegründet bleiben, denn kurz nach seiner Einwechslung sorgte Toni Torjäger mit dem 1:1 für die Wende in diesem Spiel. Namen sind bei diesem Prozess natürlich austauschbar.

Bleiben wir aber bei diesem Spielbericht, der nach wie vor von Menschenhand geschrieben wird. Die Mannschaft hatte sich also viel vorgenommen für die Begegnung gegen den SuS Kaiserau III. Mit Trainer Damian Glombik und den Spielern Ralf Zarych und Sven Fischer kehrten drei Akteure an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Für Zarych war die Partie allerdings nach fünf Minuten schon wieder beendet. "Hamstring" würde man in England als Diagnose angeben. Sven Pothmann kam neu in die Partie. Die Ultras des TuS hatten noch gar nicht unter der Tribüne Platz genommen, da hätte der TuS schon 2:0 führen können. Martin Kuhlmann schoss erst aus kurzer Distanz einen Gegenspieler an, dann schickte er denn Ball aus fast der gleichen Distanz Richtung Kaiserauer Sportschule. Ein weiterer Abschluss von Fischer ging am Kaiserauer Tor vorbei.

Die Gäste kamen erst allmählich vor das Hemmerder Tor, näherten sich dann aber gleich gefährlich an. Einmal knapp vorbei, einmal Außenpfosten, die Einschläge vor dem Tor von Marcel Tillmann kamen näher. Es war aber nur eine kurze Phase, dann übernahm der TuS wieder das Zepter. Zunächst brachte Kuhlmann einen Kopfball nicht platziert genug an, dann stand er wenig später goldrichtig. Raphael von Rekowski schickte Sven Fischer mit einem Steilpass auf die Reise. Dessen Schuss konnte der Kaiserauer Schlussmann noch parieren, gegen den Nachschuss von Kuhlmann war er aber machtlos. 1:0 für den TuS zur Pause, kein Glanzstück, aber immerhin wieder eine knappe Führung, die in den zweiten 45 Minuten ausgebaut werden sollte. 

Möglichkeiten dazu boten sich für den TuS zu Beginn der zweiten Halbzeit einige. Sowohl Lennart Kimpel als auch Fischer prüften den Keeper der Kaiserauer bei einer Doppelchance auf seine Tauglichkeit. Eine Volleyabnahme von Kimpel landete kurz darauf in den Armen des Schlussmanns. Kuhlmann versuchte es frei vor dem herausstürmenden Keeper mit einem Heber, der Ball ging aber links am Tor vorbei. So kam es wie es kommen musste. Kaiserau wagte sich einmal nach vorne, der Zweikampf in der eigenen Hälfte ging verloren, Kaiseraus Spieler wollte anschließend flanken, traf den Ball dabei aber so unglücklich, dass er als Bogenlampe im Netz des TuS-Tores wieder herunterkam. Eine bittere Pille für die Gäste.

Die erholten sich anschließend etwas, konnten durch Goldschmidt und von Rekowski weitere Abschlüsse verbuchen. Bei den Hausherren sorgte ein Kopfball für Gefahr. Trotz des nun unermüdlichen Anrennens konnte der TuS in den letzten 20 Minuten kaum noch eine zwingende Torchance herausspielen. Kaiserau hatte sich da längst mit dem Punkt angefreundet, tat nicht mehr viel fürs eigene Offensivspiel und konnte sich beim Unparteiischen bedanken, der die ein oder andere Vorteilssituation des TuS mit einem Freistoßpfiff begrub. Kurz vor dem Ende hätte es dann fast doch noch ein Happy-End für die Hemmerder gegeben. Der Ball landete im Strafraum vor den Füßen von Chrissy Beyer, der alleine vor dem gegnerischen Torwart auftauchte. Doch dem Kapitän versagten die Nerven, als er das Spielgerät über den Kaiserauer Kasten jagte.

So gab es nach dem Schlusspfiff erneut lange Gesichter beim TuS. "Das Ergebnis ist einfach enttäuschend. Wir müssen uns zum wiederholten Male vorwerfen, dass wir den Sack nicht zugemacht haben. Kaiserau legt uns ein Osterei ins Netz und lacht sich am Ende über einen Punkt kaputt, den sie sich aufgrund der kämpferischen Leistung dann auch verdient haben", ärgerte sich Coach Damian Glombik. Er weiß nur all zu gut, dass mit dem PSV Bork (nächsten Sonntag um 15 Uhr im TuS-Tempel) und BR Billmerich (eine Woche später im Waldstadion) zwei dicke Brocken warten. Erst danach wird man sagen können, wohin der Weg in dieser Saison hinführen wird. Bis dahin werden sich Spieler und Trainerteam des TuS vermutlich noch einigen Fragen stellen müssen. 

SuS Kaiserau II - TuS Hemmerde      1:1 (0:1)

TuS: Tillmann - Goecke (71.G.Foit), Berkemeyer, Kimpel, Beckhoff - Zarych (5.Pothmann), Beyer, von Rekowski, M.Foit (52.Goldschmidt) - Kuhlmann (86.Golombek), Fischer

0:1 Kuhlmann (38.), 1:1 (57.)

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