Die Welt ist wieder in Ordnung! Zumindest, wenn man aus Hemmerde kommt.

Denn gestern siegte die Mannschaft des TuS am Ende souverän gegen eine erschreckend harmlose Mannschaft aus dem Nachbardorf und stellte die Verhältnisse im Unnaer Osten wieder gerade. Nebenbei hielt die Erste des TuS auch den Kontakt zur Spitzengruppe der Liga. In den nächsten Wochen wird sich nun zeigen, wohin die Reise führt.

Ein Derby unter Vorbehalt! Leider musste bis zum frühen Sonntagmorgen gewartet werden, bis die Stadt grünes Licht für den Rasen im TuS-Tempel gab. Ältere Semester dürften sich nostalgisch an frühere Zeiten erinnert gefühlt haben, als laut Vereinschronik noch auf der Wiese der Familie Goecke gepöhlt wurde. Oder wie es Co-Trainer Tim Radke vor dem Derby ausdrückte: Das ist heute kein Wembleyrasen.

Das sollte der Stimmung aber keinen Abbruch tun. Der TuS-Tempel füllte sich bei stürmischen Wetter gut und die Fans waren bei Mantaplatte und Gerstensaft bester Laune. Auf dem Platz galt zunächst das Motto "Lang und weit bringt Sicherheit!" Die Gäste aus Lünern suchten immer wieder mit weiten Schlägen "Funkturm" Kevin Hawes, doch Lennart Kimpel und Damian Glombik in der Innenverteidigung kümmerten sich intensiv um die Bewachung des Stürmers. Auf der Gegenseite versuchte es auch der TuS immer wieder mit langen Bällen auf die schnellen Offensivkräfte. Mit einem Pfostenschuss setzte der TuS ein erstes Signal.

Hinten brannte nicht viel an. Als Hawes Mitte der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste, wurde es vor dem Tor von Dominik Berz sogar noch ruhiger. Nur vereinzelt gab der SuS mal einen Schuss ab. Die ersten Ausschläge auf der Richterskala waren dann um 15.26 Uhr zu verzeichnen: Chrissy Beyer brachte einen Freistoß vor das Tor, Martin Kuhlmann legte den Ball per Kopf auf Raphael von Rekowski quer und der netzte zur Begeisterung aller Hemmerder ein.

Waren es im Hinspiel noch die Grün-Weißen, die den TuS-Spielern den Schneid abgekauft hatten, so kopierten diesmal die Hemmerder den Stil der Gäste, führten die Zweikämpfe intensiv und raubten so den SuS-Spielern den Nerv. Spielertrainer Damian Glombik hätte das 2:0 nachlegen können, doch seinen Rückzieher rettete ein Gästespieler vor der Torlinie. SuS-Trainer Uwe Hawes machte auf dem Weg zur Kabine keinen Hehl daraus, was er von der Darbietung seiner grün-weißen Mannen hielt und dürfte dem ein oder anderen Spieler in der Halbzeit die Bedeutung eines Ortsderbys näher erläutert haben.

Der SuS Lünern probierte es nach der Pause dann immerhin mal mit ein wenig Kombinationsspiel. Aber im Gegensatz zum Wetter, das mit einigen Nebelschwaden aufwartete, und einigen Pflanzenfreunden, die eine Duftnote im TuS-Tempel setzten, konnte der SuS in diesem Spiel keine Akzente setzen. Spätestens am Sechzehnmeterraum des TuS war Schluss. Keeper Berz verlebte in der zweiten Halbzeit einen ruhigen Nachmittag.

Auf der Gegenseite hätte der TuS das Spiel dagegen früher entscheiden müssen. Doch sowohl Zarych, der am Keeper hängen blieb, als auch Goecke und Raphael von Rekowski, der bei einem Kopfball frei vor dem Tor seine Verteidigerqualitäten unter Beweis stellte, als er den Ball mit einer Kopfdrehung am Tor vorbei setzte, verpassten das 2:0. So musste der TuS lange Zeit bangen, dass der SuS nicht doch noch einen hellen Moment bekommen oder der Boden oder das Wetter dem Gegner einen Gefallen tun würden. Dem war aber nicht so. Nachdem Ivan Rihtar zunächst an der gegnerischen Deckung hängen geblieben war, gelangte der Ball in der 83.Minute bei Trainer Damian Glombik und der hämmerte das Spielgerät in die Maschen.

Der eingewechselte Marco Krüger hatte kurz vor dem Ende sogar noch das 3:0 auf dem Fuß, doch der gegnerische Torwart konnte parieren. Das Hemmerder Publikum bewies Feingefühl für den Stürmer und stimmte den alten Gassenhauer "Schießt der Krüger ein Tor, singen alle im Chor: Ihr habt die schlechteste Abwehr der Welt!" an. So blieb es am Ende beim 2:0 und während die Gäste eilig den Platz verließen, durften sich die Hemmerder Helden von ihren Fans feiern lassen. Ein wenig "Big-Brother-Feeling" kam auf, als sich am weiteren Abend Fans, Spieler, Trainer und sportliche Leitung mit circa 25 Leuten in einer kleinen Garage zum Feiern einfanden.

"Wir haben unsere taktischen Vorgaben heute zu 100% umgesetzt. Lünern hatte in der ersten Halbzeit nur eine gute Chance, ansonsten haben wir nichts zugelassen. Wir hätten schon in der ersten Halbzeit nach dem 1:0 das 2:0 nachlegen können. Zu Beginn der zweiten Halbzeit habe ich nochmal eine Drangphase von Lünern erwartet, bin dann aber doch eines Besseren belehrt worden. Im Gegenteil: Wir hatten noch drei hundertprozentige Möglichkeiten, bevor wir in der 83.Minute das 2:0 machen. Auch Krüger hätte noch treffen können, so dass Lünern mit dem Ergebnis noch gut bedient ist. Für die Mannschaft, den Verein und die Fans freut mich der Derbysieg natürlich besonders", äußerte sich Damian Glombik nach dem Spiel. Als hochverdienten Sieger sah auch das Trainergespann des SuS den TuS Hemmerde, der am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr in Königsborn ein Testspiel gegen die von Christoph Golombek betreute A-Jugend des SuS Kaiserau bestreitet.

TuS Hemmerde - SuS Lünern     2:0 (1:0)

TuS: Berz - Pothmann, Glombik, Kimpel, Brunsmann (74.Schole) - Beyer, von Rekowski (89.Berkemeyer) - Goecke, Rihtar (86.Krüger), Zarych (63.Beckhoff) - Kuhlmann

1:0 von Rekowski (26.), 2:0 Glombik (83.)

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